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Tag 7: El Nicho

Auf einem Flyer in der Unterkunft habe ich einen Naturpark entdeckt, der auf halbem Weg nach Trinidad liegt. Da wir in Cienfuegos bereits alles Wichtige gesehen haben, deklarieren wir den Park "El Nicho" zur heutigen Hauptattraktion. Laut unserer Vermieterin ist das sogar ausgeschildert. Wie sich herausstellt, ist das zwar zutreffend, allerdings nicht durchgehend. Nachdem uns ein Straßenhändler auf Nachfrage wieder einige Kilometer zurückgeschickt hat, lesen wir ein älteres Ehepaar auf, das in dieselbe Richtung müssen und uns den weg bis zum nächsten Dorf zeigen, wo wieder Schilder existieren. "El Nicho" liegt am Nordrand eines kleine Mittelgebirges, sodass die Straße dorthin in Serpentinen auf und ab geht. Gepaart mit dem Zustand der Straße und der zum Schämen geringen Motorleistung unseres Wagens ergibt das eine abenteuerliche Fahrt. Schließlich kommen wir am Eingang an, stellen das auto ab, ärgern uns über die Touristenpreise und machen uns auf den Weg. Bald erreichen wir die erste markante Stelle: einen kleinen Wasserfall und einen natürlichen Pool. Zwar haben wir Schwimmsachen dabei, doch das Becken ist ziemlich überfüllt und es gibt ja auch noch mehr zu sehen. Bereits wenige Meter weiter stoßen wir auf einen weiteren Wasserfall, einen großen Wasserfall, der in mehreren Bahnen auf die darunter liegenden Felsen stürzt. Obwohl er sich durch nicht im Besonderen hervortut, gehört er unter den vielen Wasserfällen, die ich bislang gesehen habe, doch zu den Favoriten. An der Seite führt uns ein Pfad nach oben an den Wasserfall heran und weiter zu einem Aussichtspunkt, dessen Panorama uns die Sprache verschlägt. Ein unverstellter Blick auf ein weites, grünes Tal, durch das in der Ferne ein Fluss fließt. Auf dem Rückweg nach unten machen wir nochmals an der kleinen Lagune halt. Nun ist sie deutlich weniger stark bevölkert und wir entschließen uns zu baden; eine herrliche Erfrischung nach der Hitze des Tages, denn das Wasser ist kalt. Nach einer Weile setzen wir unseren Rückweg fort, um im hiesigen Restaurant einzukehren. Zu unserem Leidwesen hat man dort, wie fast überall in Kuba, eine etwas andere Vorstellung davon, wie Dienstleister zu arbeiten haben. Zudem sind sie personell unterbesetzt, weshalb wir erst nach 10 Minuten und nur auf Nachfrage überhaupt unsere Bestellung aufgeben dürfen. Nach weiteren 15 Minuten und zahlreichen vorbeihuschenden Kellnern, die uns keines Blickes würdigen, erinnern wir einen von ihnen an unsere Getränke. So geht das noch einige Zeit weiter bis wir gegessen haben und eine halbe Ewigkeit auf die Rechnung warten müssen. Auf dieser hat man zudem ein Getränk vergessen; wir zahlen und gehen, ehe jemand dies entgegen aller Erwartungen doch noch merkt.

Als wir gerade mit dem Auto den Parkplatz verlassen wollen, werden wir von drei Deutschen angehalten, die wir schon im Restaurant gesehen haben. Sie müssen nach Cienfuegos, aber ihr Taxi, das auf dem Hinweg schon technische Probleme hatte, ist nicht gekommen, um sie wieder abzuholen. Wir bieten an, sie bis in eine der Ortschaften mitzunehmen, wo sie leichter ein neues Taxi finden können, und sie machen es sich auf dem Rücksitz unbequem. Was unsere gute Tat für heute sein sollte, scheitert jedoch an der ersten Steigung, die unser Auto mit den ca. 280 kg Extralast nicht bewältigen kann. Während die drei neben uns den Berg rauftraben, kommt zum Glück ein unbesetztes Taxi und nimmt die Jungs mit. Naja, der Wille zählt ja...

Der weg nach Trinidad ist nun leicht zu finden, zumal wir einen Teil der Strecke ja bereits unfreiwillig kennengelernt haben. Einzig ein plötzlicher regenschauer, der sich schon seit geraumer zeit angekündigt hat, bringt Abwechslung in die Fahrt. In Trinidad angekommen verfahren wir wie am Vortag: wir fahren in die Innenstadt, suchen uns ein Hostel, werden weiterverwiesen und bekommen ein ganzes Haus für uns alleine. Mit dem Ausladen der sachen warten wir noch, bis der Regenschauer von der Fahrt auch Trinidad hinter sich gelassen hat, und erholen uns dann von den Strapazen des Tages.

18.10.16 16:50

Letzte Einträge: Tag 11: Highway to Hell, Tag 12: Kulinarische Erkundungen, Tag 13: Viva el Comandante, Tag 14: Gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen, Tag 15: Transportprobleme, Tag 16: Abschied

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