Letztes Feedback

Meta





 

Tag 16: Abschied

Bald nach dem Aufstehen packe ich meine Sachen zusammen und begebe mich zu einem wohlbekannten Ort. Ich hatte Teresa versprochen, sie vor meinem Abflug zu besuchen und so stehe ich kurz darauf in ihrer Wohnung und werde auf Extremste umarmt und betüddelt. Ungeachtet meiner Versuche der Gegenwehr befinden wir uns wenig später auf einem Einkaufbummel und sie erzählt mir weitere Geschichten über die Gegend, wettert gegen den Kommunismus und nötigt mir Käsebällchen und Fruchtsaft auf, die ich selbstverständlich auch nicht bezahlen darf. Nachdem sie mir auch noch ein Frühstück gemacht hat, kann ich mich endlich loseisen und in die Stadt aufbrechen, wo ich mich in einem Café niederlasse und die Ruhe vor dem Heimflug genieße. Anschließend suche ich noch weitere Orte aus meinen ersten Tagen in Havana wieder auf und lasse die Reise revue passieren: die Plaza Vieja, den kleinen Innenhof mit der Livemusik, die Parkbank an der Bucht, auf der ich meinen ersten Morgen verbracht habe. Dann ist es so weit. Ich lasse mich von einem Taxi zum Flughafen bringen, durchquere die Kontrollen und nehme Abschied von Kuba.

18.10.16 17:01, kommentieren

Werbung


Tag 15: Transportprobleme

Auch der heutige Tag beginnt mit einem Frühstück an unserem Lieblingsplatz, allerdings gehen wir dort nicht gemeinsam hin. Melanie, die gestern mit der Reservierung eines Bustickets keinen Erfolg hatte, versucht direkt morgens erneut ihr Glück und wir treffen uns im Anschluss im Café wieder. Leider hat sie wieder schlechte Nachrichten: die Buungsserver sind defekt und sie muss direkt zum Büro von Viazul.

Direkt nach dem Frühstück nehmen wir den Weg von knapp 3km auf uns, denn Melanie möchte ungern noch länger in Santiago bleiben und die Busplätze sind heiß begehrt. Durch die zerfallenen Straßen marschierend wird uns klar, dass wir den hässlichen Teil von Santiago noch gar nicht gesehen haben. Ich verstehe Melanies Wunsch nach einer zügigen Abreise nur zu gut und wünsche mir die Pferdekutschen zurück. Die sind nicht so laut wie die Motorräder und haben auch bessere Abgaswerte.

Am Busbüro angekommen wartet gleich die nächste Enttäuschung. Dass der Schlaterbeamte unfreundlich ist, hatten wir erwartet, doch er weist Melanie zudem an, eine Stunde vor Abfahrt noch einmal wiedetzukommen, was für eine frühzeitige Sicherung eines Sitzplatzes und ihre weitere Reiseplanung alles andere als hilfreich ist. Unverrichteter Dinge kehren wir ins Zentrum zurück und vertreiben uns die nächsten Stunden bis es für mich an der Zeit ist, zum Flughafen aufzubrechen. Wir holen meinen Rucksack aus der Unterkunft, suchen ein Taxi, dessen Preis ich noch deutlich herunterhandeln kann, und nehmen Abschied.

Die Taxifahrt ist spannend. Der Fahrer heizt wie ein Irrer durch die Einbahnstraßen, ohne auch nur einmal zu bremsen. An Kreuzungen, wo er keine Vorfahrt hat, hupt er einfach vorsorglich, damit die anderen Verkehrsteilnehmer auch wissen, dass er ihnen gleich die Vorfahrt nimmt. Ob die Risse in der Frontscheibe wohl serienmäßig sind?

Am Flughafen heißt es dann erstmal warten. Als endlich mein Flug zum Check-In bereit ist, stelle ich mich in die Schlange und komme direkt mit zwei Deutschen ins Gespräch. Hätte es eines weiteren Beweises bedurft, dass die Welt ein Dorf ist, so wäre dieser nun erbrecht: die beiden kommen aus Soest, der eine hat in Paderborn studiert und der andere ist der Bruder einer Exfreundin des Bruders einer Studienfreundin von mir.

Gemeinsam kämpfen wir uns durch die Schikanen der Flughafenangestellten durch. Ewig warten wir vor der Gepäckkontrolle, während der Beamte kommt und geht, auf seinem Handy herumspielt und uns ansonsten ignoriert. Irgendwann lässt man uns endlich durch und prompt wird mein Rucksack rausgefischt. Nach mehrfachem Suchen erklärt man mir, dass ich mein Kamerastativ mit dem Gepäck hätte aufgeben müssen. Haben die noch alle Kekse in der Dose?! Nach langer Diskussion werde ich doch durchgewinkt unter dem Versprechen, dass ich das Stativ bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland nicht aus dem Rucksack nehme... klingt konsequent.

Mit anderthalb Stunden Verspätung heben wir dann endlich ab, jedoch nicht ohne zuvor einmal die komplette Startbahn abzufahren und am Ende zu wenden; sie wird in beide Richtungen genutzt.

In Havana werden wir zu dem schäbigsten Terminal kutschiert, das ich je gesehen habe, und warten dort wieder eine geraume Weile auf das Gepäck. Mit ohren betäubendem Lärm setzt sich das extrem wartungsbedürftige Förderband in Bewegung und spuckt, zu meiner Erleichterung, auch unsere Taschen aus. Vor dem Flughafen nehmen wir uns ein Taxi – die Preisverhandlungen muss ich führen, da die beiden kein Wort Spanisch sprechen – und lassen uns am Hotel der beiden absetzen. Da mir die Hotelpreise nicht zusagen, marschiere ich am Malecón entlang und folge dem Prado in Richtung des Parque Central, wo ich pausenlos von Einheimischen angesprochen werde. Mehrfach wird mir ein Bett zum Schlafen angeboten, des Öfteren auch zu anderen Zwecken. Von einem Schlepper lasse ich mich schließlich zu einer unterkunft führen. Diese ist zwar selbst nach dem Feilschen noch recht teuer für die Ausstattung, aber wenigstens habe ich ein Bett, eine Dusche und die Privision des Schleppers geht nicht auf meine Kosten. Als ich endlich müde ins Bett falle, ist es Mitternacht.

18.10.16 17:00, kommentieren